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Verein zur Förderung der Heimat- und Kulturpflege Binsfeld e.V.

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Verein zur Förderung der Heimat- und Kulturpflege Binsfeld e.V.

 

Rückbesinnung

- von Heinz VALERIUS,    I. Vorsitzender bis Februar 2005 bis 2008 -

Der etwas älteren Generation klingt es noch im Ohr,  jenes „Tooooooor, Toooooor“ als Deutschland 1954 mit einem  3:2 – Sieg über Ungarn Fußball-Weltmeister wird. Deutschland war wieder eine Größe in der Welt. Es folgen Phasen des Wiederaufbaus, der Vollbeschäftigung, des Wirtschaftswunders – ein Gefühl immerwährenden Fortschritts stellt sich ein.

Dann .... ein lauter Paukenschlag  ... 25. November 1973,  ein Sonntag ... Es ist der erste autofreie ‚Ölkrisen-Sonntag‘. Öl, der Garant für wachsende Wirtschaft ist endlich, ist begrenzt. Der fraglose Fortschrittsglaube bekommt einen ‚Knacks‘.

Eine Rückbesinnung macht sich breit, man will wissen,  „Wie et frehja emol woar“, um es mit einem mundartlichen Buchtitel dieser Zeit von Prof. Dr. J. RAUSCH auszudrücken.

An Stammtischen wird von alten Zeit erzählt, fliegende Antik-Händler kaufen alte Möbel und altes Gerät auf. Zunehmend wird man sich selbst des Wertes solcher Gegenstände und damit der Vergangenheit und der Tradition bewusst.  In Heimatmuseen wird  die Regionalgeschichte lebendig, alte Bräuche und Traditionen werden wie aus einem Dornröschenschlaf erweckt, die Mundartpflege ‚boomt‘, man erinnert sich an Peter ZIRBES‘  „Op Chrestaag Morgen wor et kaalt“. In der Anzahl an Lebensjahren fortgeschrittene Binsfelder erinnern sich: „Dat ho mir aales alt beim Gnad gelert!“ Herr GNAD, ein geschichtsbewusster Lehrer und Schulleiter in der Binsfelder Nachkriegszeit, ist auch heute  noch eine unumstrittene Autorität, wenn es um Geschichtliches in und um Binsfeld geht.

Um Geschichtliches geht es schließlich auch, wenn sich ein ganzes Dorf  an der Jahrtausend-Schwelle seiner 1156-jährigen Geschichte bewusst wird. Warum so eine ‚krumme‘ Jahreszahl als Jubiläumsanlass? Eigentlich eine geschichtlich originelle Idee, wer immer sie auch zuerst hatte: Die Gelegenheit,  an einer Jahrtausend-Wende das bis dahin erreichte Alter eines  Ortes zu feiern, gibt es erst in tausend Jahren wieder.

Um geschichtliche Bezüge in und um Binsfeld geht es in den 70er Jahren auch einer kleinen Gruppe von Binsfeldern. Bei unregelmäßigen Zusammenkünften kommt eine Vielfalt von geschichtlichen Themen zusammen, denen man sich eigentlich intensiver widmen müsste: Vom Erdzeitalter, als die Mosel noch zwischen Binsfeld und Arenrath floss und Kies hinterließ zu den Römern, die hier siedelten, bis zu mittelalterlichen Gestalten derer von Thurn und Taxis, die in Binsfeld eine Post-Relais-Station unterhielten und Peter von Binsfeld, einem Trierer  Weihbischof aus Binsfeld im Zusammenhang mit den unrühmlichen Hexenprozessen.

Diese Fülle von Themen lässt sich nur in einem Verein sachlich hinlänglich bearbeiten, denkt die kleine Gruppe von Binsfeldern, als sie am 25.12.1980, dem Ersten Weihnachtstag, beim Frühschoppen nach dem von Prälat DANIEL feierlich zelebrierten Weihnachtshochamt beschließt, weitere mögliche Mitstreiter zu Hause aufzusuchen und sie zu einem offiziellen Treff für den Folgetag, den 26.12.1980, in den Kindergarten einzuladen.

Sie kommen alle:

  • Willi HAMMES +
  • Matthias HERRES
  • Otmar KREUTZ +
  • Heinz VALERIUS
  • Emmi WEBER +
  • Magdalena WEBER
  • Franz ZWILLING +

Sieben Personen  bekunden ihre Bereitschaft und ihr Interesse, plaudern über Themen, setzen ihre Unterschrift unter die schnell mit einer Schreibmaschine zusammengestellte vorläufige Vereinssatzung und begründen damit den neuen Verein. Sieben Personen müssen es nach deutschem Vereinsrecht sein. Ein Grundgedanke spiegelt sich denn auch in der Namensgebung für den Verein wider: „ Verein zur Förderung der Heimat- und Kulturpflege Binsfeld“  (in Zukunft mit dem Zusatz „e.V.“). Mit seinen heute ca. 50 Mitgliedern hat sich der Verein in den 20 Jahren seines Bestehens schwerpunktmäßig mit folgenden thematischen Bereich befasst:

  • Postgeschichte  - Mitwirkung bei der Gestaltung des Postkreuz-Denkmals
  • Peter von Binsfeld, Weihbischof in Trier, und die Hexenprozesse
  • Geschichte des Töpferhandwerks in Binsfeld
  • Römische Relikte (Langmauer, Wohnsiedlung  zwischen Binsfeld und Arenrath,  Burscheider Mauer bei Mulbach)
  • Wegekreuze in und um Binsfeld
  • Organisation und Durchführung von Wanderungen zu diesen Orten mit Erläuterungen vor Ort sowie Öffentliche Dia-Vorträge zu den genannten Themen
  • Herstellung und Vertrieb von Ansichtskarten mit Binsfelder Motiven
  • Besorgung und Herausgabe einer Broschüre zur Geschichte der Binsfelder St. Georgs-Kirche
  • Sammlung und Aufarbeitung von Bildmaterial über den Ort Binsfeld
  • Dia-Vorträge und Bilder-Ausstellungen in der Kreissparkasse
  • Interviews mit Binsfelder Bürgern
  • Wanderungen und Busfahrten zu Orten mit historischen Bezügen

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Vereins und der 1156-Jahrfeier gebührt allen Mitwirkenden im Verein ein herzlicher Dank. Dem Verein selbst bleibt zu wünschen, dass alte und neue Mitglieder mit neuen und alten Ideen den Grundgedanken des Vereins, die „Förderung der Heimat- und Kulturpflege“ lebendig halten.

Langfassung dieser Rückbesinnung
Die vorstehende Kurzfassung wurde so in der Festzeitschrift zur 1156 Jahr Feier veröffentlicht. Lesen Sie auch die Langfassung dieser Rückbesinnung.