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First Responder: Trauen Sie sich - helfen Sie

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First Responder: Trauen Sie sich - helfen Sie!

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Notfälle oder plötzliche Erkrankungen, die den Einsatz des Rettungsdienstes erfordern, sind für die betroffenen Angehörigen oder beteiligen Ersthelfer immer belastende Ausnahmesituationen. Besonders die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes wird als sehr lang empfunden. Viele Menschen sind bei der Ersten Hilfe sehr unsicher oder fühlen sich selbst sehr hilflos.

Um den Betroffenen in solchen Situationen noch besser und vor allem schneller helfen zu können, ...

... suchen wir sogenannte First Responder, die wir mit einem Notfallequipment inkl. Sauerstoffflasche und Defibrillator ausstatten wollen und entsprechend schulen. Bei vielen Notfällen ist der Faktor Zeit entscheidend für das Überleben des Patienten. Je schneller qualifizierte Maßnahmen durchgeführt werden, desto günstiger ist der Heilungsablauf und umso kürzer ist in der Regel die nachfolgend notwendige Behandlungszeit.

Besonders bei Unfällen oder Erkrankungen, wie z.B. dem plötzlichen Herztod, ist schnelle und qualifizierte Erste Hilfe überlebenswichtig. Mit jeder Minute, in der ein Kammerflimmern oder Kreislaufstillstand, der Herz-Kreislauf-Versagen, nicht mit einer Herz-Lungen-Wiederbelebung behandelt wird, sinken die Chancen für eine erfolgreiche Genesung um 10 %. Wenn das menschliche Gehirn unzureichend mit Sauerstoff versorgt wird, treten schon nach 4-5 Minuten Schädigungen ein. Nach sechs bis acht Minuten fehlender Sauerstoffversorgung treten schwere irreversible Schäden am menschlichen Hirn auf. Nach 10 Minuten ist i.d.R. kein Überleben mehr möglich.

Wenn wir bedenken, dass alleine das Absetzen des Notrufs durch den Erst-Helfer und die Disponierung in der Rettungsleitstelle schon zwei Minuten in Anspruch nehmen und die Fahrzeit des Notarztwagens bis zu 12 Minuten oder auch mehr betragen kann. dann erreichen die Einsatzkräfte eines Rettungswagens erst 14 Minuten nach einem Herzinfarkt oder Kammerflimmern den Patienten, um z.B. einen Defibrillator einzusetzen. Bei einem Herzinfarkt ist dieser Umstand für eine Wiederbelebung kritisch, und der Patient wird, sofern er überlebt, möglicherweise ein schwerer Pflegefall.

Hier kommt der entscheidende Vorteil des First Responder zum Tragen: Die Zeit.

Eine Reanimation sowie die erforderliche Hilfe bei Herzkammerflimmern könnten durch geschulte First Responder mit einer entsprechenden Ausrüstung und vor allem mit einem Automatischen Externen Defibrillator schon nach wenigen Minuten eingeleitet werden. Durch die starke Verkürzung der Hilfsfrist könnten viele Patienten selbst nach einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall vollständig genesen.

Da der First Responder einen kürzeren Weg zum Patienten hat, weil er in der Nähe wohnt, kann die Zeit ohne Behandlung, das so genannte therapiefreie Intervall, kurz gehalten werden. Damit steigt die Überlebenschance bei einem Notfall. Im Einzugsbereich eines First Responder sind die Bewohner also nicht auf zufällig geleistete Erste Hilfe angewiesen, sondern können sich auf den First Responder verlassen, der sach- und fachgerechte Erste Betreuung und Hilfe leistet.

Der First Responder ersetzt NICHT, und das sollten Sie auch wissen, den regulären Rettungsdienst. Er unterstützt das alarmierte Rettungsteam durch seine schnelle qualifizierte Erste Hilfe bis zu dessen Eintreffen. Sobald der Rettungsdienst am Einsatzort erscheint, übergibt der First Responder den Patienten und der Einsatz ist für ihn beendet.

First Responder erledigen ihre Aufgabe ehrenamtlich in ihrer Freizeit - man spricht von einer sog. Zufallsbereitschaft. Damit wir möglichst Rund-um-die-Uhr First Responder in Einsatzbereitschaft haben, wären mehrere First Responder von großer Wichtigkeit.

Wenn Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, bei einer solch wichtigen Aufgabe als First Responder mitwirken wollen, melden Sie sich bitte bei uns (Kontaktdaten im Impressum oder sprechen Sie mich an). Sie werden entsprechend geschult und in die Benutzung der Geräte eingewiesen.

Da wir derzeit nur Mittel für 1 Notfallequipment zur Verfügung haben und die Schulungen teuer sind, würden uns diesbezügliche Spenden oder Sponsoren helfen, weiteres Notfallequipment anschaffen zu können. Auch dahingehend können Sie sich gerne bei uns melden. Vielleicht können wir dann für jeden First Responder ein eigenes Notfallequipment zur Verfügung stellen und bräuchten dies nicht an einer zentralen Stelle zu lagern – wodurch natürlich die Zeit bis zum Einsatzort wiederum verkürzt werden könnte.

Zwischen dem 25. und 30. Oktober 2010 werden wir mit den Interessenten, die sich bis dahin bei uns gemeldet haben, die weiteren Details besprechen.

Walter Faber, Ortsbürgermeister