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Der 21. Binsfelder Waldspaziergang 2015

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Am 11. Oktober 2015 fand der 21. Binsfelder Waldspaziergang in unserem Forst statt. Über 150 interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Binsfeld kamen zusammen, um sich gemeinsam ein Bild davon zu machen, was gerade im und um den Wald herum geschieht. Unter den Waldspaziergängern waren auch viele junge Familien mit ihren Kindern. Ausgetauscht wurden Erfahrungen, Wissen und Erlebnisse, durch die sich die Menschen mit dem Wald verbunden fühlen.



Am Treffpunkt der Saalholzhalle wurde nach der Begrüßung die Wegeführung kurz erläutert. Um 10:00 Uhr ging es los, und wir starteten in Richtung Kaas, wo die Führung begann.

Unser Förster und Revierleiter Hermann Linden erklärte in mehreren Stationen und „Bildern“ die Anforderungen an ökonomische und nachhaltige Waldarbeit. An der ersten Station erläuterte er die Verarbeitung der Holzstämme und die Systematik beim Stapeln, so dass der spätere Abtransport möglichst effizient und waldschonend erfolgen kann. Interessant waren dabei auch die Markierungen der Stämme, was jene aussagen und warum jene erforderlich sind. Weiter ging der Waldspaziergang zur nächsten Station. Dort warteten bereits unsere Waldarbeiter mit schwerem Gerät und erläuterten das fachgerechte Fällen eines Baumes. Sämtliche Schritte dazu, angefangen bei den Sicherheitsmaßnahmen, der Berufskleidung, den Sicherungseinrichtungen, dem Werkzeug, der Handhabung der Maschinen bis hin zum Absichern des Fallbereiches und dem Herausziehen des Stammes erläuterte Herr Linden zusammen mit unseren Forstwirten, die sämtliche Arbeiten praktisch demonstrierten.

Auch dem Wegebau im Wald galt eine besondere Station. Arbeiten im Wald sind saisonbedingt und wetterabhängig und werden grundsätzlich sehr gründlich geplant und konzentriert ausgeführt, so dass auch immer nur partielle Wegearbeiten erforderlich sind. An diese Regeln sollten sich auch private Waldbesitzer - und an die dadurch resultierenden Einschränkungen auch die Waldbesucher - halten, um die großen Kosten für die Instandhaltung der Waldwege einzudämmen. Herr Linden erläuterte diese Anforderungen und zeigte auch diverse Probleme beim Wegebau auf, die trotz hervorragender Planung immer auftreten können. Wichtig ist, dass die instandgesetzten Waldwege nun einer besonderen Schonung bedürfen und bis zur endgültigen Verdichtung des Materials für Fahrzeuge und auch Pferde und Reiter gesperrt bleiben. Diese Absperrungen sind zusätzlich durch besondere Maßnahmen wie Absperrbänder gekennzeichnet. Es wurde daher darum gebeten, dass ausreitende Pferdebesitzer, Reiter sowie Fahrzeuge aller Art diese Bereiche verschonen, da ansonsten die Kosten enorm gesteigert werden und frühzeitig weitere Instandsetzungsarbeiten erforderlich sind – diese Kosten werden dann natürlich alle Besitzer von Grundstücken, ob im Wald oder außerhalb gelegen, und ggf. alle Binsfelder Bürger tragen müssen.

An der nächsten Station erläuterte unser Förster zusammen mit den Forstarbeitern mögliche Folgen beim unsachgerechten Umgang mit Kettensägen und demonstrierten dies anhand eines modellhaften Aufbaus. Fachgerecht wurde eindringlich darauf hingewiesen, dass durch unprofessionellen Umgang mit Kettensägen äußerst schwerwiegende bis lebensgefährliche Verletzungen entstehen können. Ein besonderer Appell an alle Waldarbeiter und Selbstversorger richtet sich demnach auf den achtsamen und sorgsamen Umgang bei allen Tätigkeiten und beim Maschineneinsatz im Wald.

Unterdessen gingen die Kinder zum extra angelegten Waldspielplatz. Unter Anleitung unserer Erzieherin der KiTa, Ulla Born, wurden schöne Spiele gespielt und Geschichten erzählt. Unseren Kindern machte dies sichtlich große Freude und die Eltern hatten dabei ihren Spaß.

Für die Erwachsenen ging es weiter im Wald. Unterwegs erklärte unser Revierleiter, Herr Linden, die verschiedenen Baumarten und Bestände und die Wichtigkeit der Nadelhölzer für die Gemeinde. Der Aufforstung und dem Aufwuchs nach den großen Stürmen widmete er eine eigene Station. Eindrücklich zeigte er an einem Bestand auf, dass trotz jahrelanger intensiver Pflege eine Wiederaufforstungsfläche durch folgende Stürme wieder beeinträchtigt werden kann. Bei einer weiteren Fläche dankte er besonders unseren Vorfahren für weitsichtige Entscheidungen. Im Zusammenspiel mit Laub- und Nadelhölzern erläuterte er, wie eine ökologische, nachhaltige aber auch ökonomische Waldarbeit in Einklang stehen kann. Auf weiteren Stationen wurden dann alte, dem Naturschutz dienende Laubbaumbestände und hervorragende Nadelholzbestände erläutert.

Zurück am Treffpunkt am Waldrand beim Kaasweg konnten die Teilnehmer sich unterhalten. Zurück ging es dann zur Saalholzhalle, wo es ausführliche Gelegenheiten gab, sich über die Waldthemen auszutauschen und den Tag ausklingen zu lassen.

Die sehr große Beteiligung unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger und besonders der jungen Familien mit ihren Kindern zeigt, dass unser Waldspaziergang auch nach 21 Jahren noch immer als ein Treffpunkt und Ort der Information über den Wald und auch der Vernetzung dient. Mit dem Waldspaziergang gewähren wir einen eindrucksvollen Einblick in die ökologische und ökonomische Bewirtschaftung und wollen um Verständnis zum schonenden Umgang mit den Ressourcen im Wald werben. Unser Wald soll seine Funktion als Erholungsort beibehalten können.

Damit das auch künftig so bleibt und wir im Rahmen des Waldspazierganges immer interessante Themen vorstellen können, ist die Ortsgemeinde auf ihrer aller Unterstützung angewiesen. Wichtig ist ihr Interesse am Wald, ihre Teilnahme am Waldspaziergang aber besonders auch ihre ehrenamtliche Unterstützung. Also, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, bringt euch mit ein – und auch kleine Dinge sind wichtig um etwas großes zu Stande zu bekommen.

Wir danken allen Helferinnen und Helfern recht herzlich für ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten.