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Mundartliches

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Mundartliches - von Binsfelder Bürgern

 

Inhalt:

De Pinneschohn von Marianne Willems

Et Haisjen von Marianne Willems

Aus einem Schulheft meiner Großmutter (Anna Maria Plein, geb.1861) 

 

De Pinneschohn

von Marianne Willems

 

Kleen Änni woar e munter Kand,

dagg ausser rand und band.

 

Vun echtem Eefeler Schrout un Koar,

un et as got domat gefoar.

 

De Eijelcha hot et op gehaalen,

un dat hot dem Vatta got gefaalen.

 

An den 30 Joahren – wejen der Haltbarket,

guf ma mat Pinneschohnen gekleed.

 

Ma hot se net esu ger getroan,

ewer ma durften nejst dageint soan.

 

Jeden Schritt – ob vom Fritzjen oder Kloas-

hot sein Spuren hannaloas.

 

Jed Pinn guf en kleen Tippelchen,

wie bei em kleenen Mippelchen.

 

An der Spaanger Stroaß as net viel passert,

dofier hon de Kanna jied Ereignis regestreert.

 

Zur Wanntazeijt – Änni woar noch kleen-

hot et Spuren am Schneij geseehn.

 

Komm es flott her Vatta – hot et Kand gerof,

hei as en neij Spur – se kemmt von da Hof.

 

Wenn dou net kimms, dan get et mier baang,

se fehrt hei e last direkt no Spaang.

 

De Spur de hat e grouß Profil,

wie von enem kleenen Krokodil.

 

De Spuren elo hot de Vatta gelaacht,

die sein von Zimmer Pitta gemaach.

 

Den haat sich Profilschohn aus Amerika matbroacht,

dat hon eich mir dach gleich gedoascht .

 

Et Haisjen

von Marianne Willems

 

Freja hot ma net de Kultur von haut,

ma hot efach e kleen Haisjen mat em Herz an da Dier gebaut,

 

wie e Starekasten hot et om Haus gehaangen,

un keenen as achtlos voriewa gaangen.

 

WC kunnt ma wierklich net dozo soan,

och dorft et den Nomen Toilette net dron.

 

Ma hot efach nummen Haisjen gesoht,

un bis ma dra woar, och alt gewoart.

 

Die Dier guuf anneweenig mat em Krampen zo gemach,

dat woar dach en ganz efach Sach.

 

En vereckijen Kasten aus Sandsteenen woar iwer en Grov gebaut,

daat ka ma net vergleichen mat der Hygiene von haut.

 

Owen drop e Bret mat em Looch an da Mitt,

monchereenen hot och gesot, de Plumpsabtritt!

 

Dat zoart Toilettenpabeier woar viel ze deier,

am Haisjen hung nummen Zeidungspapeier.

 

Et Krejsbleetchen un de Landeszeidung hun do nooch Verwendung fund,

haut dit ma soan, dat wer  net gesund.

 

An a bestimmter Verleijenheet hot Lies geruf, ohne Scherz,

Mattes steech ma ees de Paulinus durch et Herz.

 

 

Aus einem Schulheft meiner Großmutter

Anna Maria Plein, geb. 1861

Der Ort Binsfeld

Der Ort Binsfeld ist unsere Heimath. Derselbe bildet ein Dorf, weil er meistens Ackerer enthält. Der Größte Theil des Dorfes liegt nahe an der Bonntrierer Straße, welche in einem stumpfen Winkel mit der Bitburgwittlicher Straße mindet. Dieser Theil enthält ungefähr die Hälfte der Einwohner. Der südliche Theil des Dorfes nimmt eine nordöstliche Richtung und enthält ungefähr 1/3 der Einwohner. Durch dieselbe führt eine ziemlich grade Straße welche aus der Bonntrierer Straße aus und in die Bitburgwittlicher Straße einmindet. Der Haupttheil des Dorfes hat eine nordwestliche Richtung. Auf der rechten Seite desselben befindet sich die Krunmmgasse mit dem Hofwege und auf der linken Seite befindet sich die Borgasse. In dem westlichen Theile durch welchen eine Straße fährt, welche bei dem Brunnen der sich da befindet eine Biegung hat befindet sich das Aulend, welches 14 Häuser zählt. Die Kirche befindet sich ungefähr in der Mitte des Dorfes. Nicht weit von dieser entfernt befindet sich das Schulhaus und beim Anfang der Krummgasse befindet sich das Parrhaus. Die Häuser des Dorfes Binsfeld sind meistens aus sandstein gebaut und mit Stroh gedeckt. Auf Regelmäßigkeit in der Bauart darf Binsfeld keinen Anspruch machen, denn die Häuser sind unregelmäßig gebaut. Binsfeld hat 3 Brunnen welche Trinkwasser enthalten und 3 Waschbrunnen, wovon sich aber 2 außerhalb des Dorfes befinden und der andere nur die halbe Jahreszeit Wasser enthält. Zum Tränken des Viehs haben wir das Märchen ein 1 1/4 Hecktar großer See, welcher sich nordwestlich oberhalb dem Dorfe befindet und nicht trocken wird. Binsfeld bildet mit der Kaisersmühle und dem Hofe Muhlbach eine Pfarrei und es sind alle Einwohner katholisch. Auch bildet dasselbe einen Schulbering, welcher eine Schule hat die ungefähr 120 Kinder zählt. Dasselbe zählt ungefähr 130 Einwohner und 700 Seelen. Das Dorf Binsfeld hat 4 Gastwirtschaften, mehrere Schmiede, Schneider, Wagner, Schreiner u.s.w. 3 Spezereiläden, 3 Tonwarenfabrikanten und mehrere Faßdaubenhändler.

Der Bann Binsfeld

Der Bann Binsfeld grenzt südlich an die Bänne Herforst und Arenrath, östlich an die Bänne Arenrath und Niederkail, nördlich an die Bänne Muhlbach und Spang und westlich an die Bänne Dudeldorf und Herforst. 1/3 des Bannes ist Gemeindewald, ein nicht großer Teil ist Wiesen.